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HISTORISCHE
ENTWICKLUNG DES SHOTOKAI
Die
Shotokai–Organisation wurde im Jahre 1935 dank dem Shotokan
Dojo Fund, welcher bereits die nötigen finanziellen
Ressourcen für die Konstruktion des ersten Dojos von Meister
Gichin Funakoshi bereitstellte, gegründet. 1956
transformierte sich diese Organisation in ein Zentrum zur
Bewahrung des Karate-Do, welches jeglicher kommerzieller
Ausrichtung absagte. Die Initianten dieser Bewegung waren die
Meister Funakoshi, Egami, Hironishi und Noguchi. Die Organisation
hiess Nihon Karate-Do Shotokai. Der Präsident dieser
Organisation war bis zu seinem Tode im Jahre 1957 Meister
Funakoshi (Referenz: Karate-Do Kyohan Biographie von Funakoshi).
Das Ziel des Shotokai war es, den wahren Geist des Karate-Do zu
konservieren, denn bereits zu dieser Zeit begann sich das Karate
durch die sportlichen Einflüsse der JKA (Japanische Karate
Assoziaion) zu kommerzialisieren.
Nach
dem Tode von Meister Funakoshi im Jahre 1957 übernahm Shigeru
Egami die Funktionen des Hauptleiters im Shotokan (Shotokai Hombu
Dojo in Japan) und des "Höchsten Meisters" im Nihon
Shotokai-Karate. Er präsidierte diese Organisation bis zu
seinem Tode im Jahre 1981. Sein Nachfolger war G. Hironishi,
welcher bis vor einigen Jahre der letzte Repräsentant der
„alten Garde“ des Nihon Shotokai-Karate blieb. Leider
ist Hironishi Sensei Ende des letzten Jahrtausends auch
verschieden und die Nachfolge ist (für uns) nicht
transparent.
Die Geschichte des Shotokai ausserhalb Japans
gewährt sich als etwas komplizierter. Dabei sollten zwei
wichtige Komponenten in Betracht gezogen werden:
Vor
den 50-er Jahren, also vor der Spaltung von Shotokai/Shotokan,
war Shotokan der gebräuchliche Name für die Bezeichnung
des Karatestils, welcher Meister Funakoshi gegründet und
entwickelt hatte. Shotokai bezeichnete ausschliesslich die von
ihm mitgegründete Organisation.
Alle
5. Dan Träger des Shotokai sind befugt ihre eigene
Organisation zu gründen, jedoch sind sie gegenüber dem
"höchsten Repräsentanten", bis vor kurzem
noch Meister Hironishi, zu Respekt verpflichtet.
Zu
diesem Zwecke sind 1955 Oshima und Harada Sensei ins Ausland
gereist. Oshima reiste nach Kalifornien, USA, und Harada
seinerseits nach Sao Paulo, Brasilien. Seit diesen Jahren hat sich
das Shotokan in diesen beiden Ländern etabliert: Shotokan of
America (SKA) et Shotokan-Do Brazil.
Oshima
Sensei fuhr mit der Weiterentwicklung seiner Organisation fort.
Heute umfasst sie ganz USA und einige andere Länder, wie
Kanada, Frankreich, Spanien, Belgien und die Schweiz.
Harada
Sensei blieb seinerseits bis er 1962 in Brasilien, bevor er nach
Europa aufbrach. Zuerst brachte er das Shotokai nach Frankreich
und anschliessend nach England (In der Zwischenzeit hatte sich die
Spaltung zwischen Shotokai und Shotokan ergeben). Bis 1969 reiste
er zwischen Brasilien und England hin und her, als er sich
schliesslich dauerhaft in England niederliess. Heute scheint er in
Wales zu leben.
Die europäische Organisation von
Harada hat sich auf folgende andere Länder ausgedehnt:
Finnland, Belgien, Portugal, Italien, Schottland, Algerien,
usw....
1957 reiste Tetsuji Murakami Sensei auf Anfrage
eines französischen Karatekas (Henri Plee – heute 10.
DAN im FKKA) nach Europa. Sensei Murakami lernte in Japan u.a. bei
Sensei Yamaguchi (nicht der berühmte Goju-Ryu Meister!),
einem Schüler des Aikido-Begründers O-Sensei
Ueshiba.
Zuerst unterrichtete er Shotokan-Karate, zu Beginn
der 70er-Jahre schloss sich Murakami aber Sensei Egami an, und
wurde schliesslich zum offiziellen Repräsentanten des Nihon
Karate-Do Shotokai in Europa. Er schuf eine sehr starke
Organisation, welche aus Gruppen verschiedener europäischer
Länder, wie Portugal, Italien, Frankreich, Deutschland und
der Schweiz, aber auch Dojos in Algerien, Angola und den USA
bestand.
1966 fanden die ersten Kurse mit Meister Murakami
in Bern statt, damals noch im Judo-Klub.
Lange Zeit, bis
1987 gab es nur eine Shotokai-Schule in der Schweiz: das Karate
Dojo Bern, gegründet durch Samuel Däppen und Silver
Weber.
1985 wurde durch Rudolf Bosshardt das Karate Dojo
Thun, später auf Shotokai Karateschule Thun umbenannt,
gegründet.
Daraus gingen in der Folge gegen Ende der
80er-Jahre neuere Klubs in Bern hervor.
1987 starb Murakami
Sensei in Paris und hinterliess eine grosse Anzahl starker Dojos
in Europa. In Frankreich trennten sich in der Folge verschiedene
Splittergruppen vom Shotokai France ab, darunter die sog. IKDS
under Shotokai Murakami. Die Nachfolge im Shotokai France übernahm
Patrick Herbert.
Per Anfang 2002 wurde aus dem Shotokai
France eine neue Europäische Organisation gegründet:
Karate
Do Shotokai Europa (KDSE), aus schweizerischen und
französischen Karate-Gruppen bestehend.
Im Jahre 1958
eröffnete Kawanabe Sensei, ein Assistent des Meisters Egami,
ein Dojo in Atsugi, Japan und gründete damit das Kawanabe
Shotokai. Sensei Marshall M. Dow lernte in Atsugi im Jahre 1960
unter der Leitung des Senseis Kawanabe und kehrte später in
die USA zurück, wo er das Shotokai in Tucson, Arizona,
etablierte. 1985 schuf er das Shotokai Kumayama Dojo.
Bevor
Harada Brasilien definitiv verliess, hatte er eine gewisse Anzahl
an Schülern. Seine mitunter besten Schüler waren Okada
und Ito Sensei. Beide unterrichten weiterhin das Karate-Do im
pursten traditionellen Sinne des Shotokai. Sensei Humberto Heyden
lernte bei Sensei Ito.
Sensei Heyden kehrte in sein
Vaterland, Chile, zurück, wo er mit der Erlaubnis des Sensei
Kawanabe und des Sensei Dow unter dem Namen von Shotokai das
Karate Budo Shotokai unterrichtet. Des weiteren existiert
ebenfalls unter seiner Leitung eine kleine Gruppe von Schülern
in Brasilien. Beide, Sensei Ito sowohl als auch Sensei Okada,
haben aufgehört Shotokai zu unterrichten.
Zwei
Meister haben in Brasilien Shotokai unterrichtet, Harada und
Shibata, jedoch letzterer hat sich aus dem Karateunterricht
zurückgezogen.
Weitere Shotokai Meister in Europa
scheinen folgende Schüler Egamis zu sein: Fujita Sensei in
Frankreich, Atsuo Hiruma in Spanien und Italien sowie Kiroku
Fukutome in Zürich.
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Karate-Meister
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